Die Fenster der Walserstube des Alten Schnetzerhauses Lech und Omeshorn vom Karhorn aus gesehen

Ein typisches Walserhaus

Die Streusiedlung Lech am Arlberg

Allgemeines über Walserhäuser
Wie in allen reich bewaldeten Gegenden, war Holz bei den Walsern das am meisten verwendete Baumaterial. Steine brauchte man ursprünglich nur für die Fundamente, was einen besseren Schutz vor Bodenfeuchtigkeit garantiert. Mit der Zeit wurden – ergänzend zum Holz – für gewisse Gebäudeteile Steine eingesetzt, besonders für die Küche oder das „Feuerhaus“.

Für die Holzteile des Hauses wurde meist die sehr alte Technik des Blockbaus, die darin besteht, dass horizontale Balken übereinandergelegt und an den Enden ineinander verkeilt werden, angewandt. Diese Bauweise findet sich nicht nur in Mitteleuropa sondern auch in Skandinavien, in Sibirien und in den Karpaten.

Als Eingangsbereich dient ein zentraler Raum, das Vorhaus, das Küche und Stube miteinander verbindet. Die Stube ist fast immer nach Süden ausgerichtet und neben der Stube befindet sich ein Schlafzimmer – meist das Elternschlafzimmer. Inmitten der drei Räume (Küche, Stube und Elternschlafzimmer) ist in den meisten Walserhäusern ein Kachelofen eingebaut. Dieser wird von der Küche aus beheizt und versorgt so alle die drei wesentlichen Wohnräume mit Wärme.

Die Fenster der Walserhäuser sind meist sehr klein und regelmäßig angeordnet. Die Größe der Fenster hängt aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem rauen Klima und Gründen des Energiehaushalts zusammen. Im ersten Stock befinden sich die weiteren Schlafräume sowie oft noch eine sogenannte „Selch“. Dies ist eine ins Haus eingebaute und separat beheizbare Räucherkammer zur Erzeugung von Speck – das Fleisch musste ja schließlich auf irgendeine Art haltbar gemacht werden.

Typisch für die Walser Bauernhäuser ist die Trennung von Wohngebäuden und Wirtschaftsgebäuden. Der Grund dafür ist wahrscheinlich in einer flexibleren Anordnungsmöglichkeit der einzelnen Gebäude in den steilen Hanglagen zu suchen. Die einzelnen Höfe liegen oft weit auseinander und bilden so eine typische Streusiedelung. Auch auf älteren Photos von Lech ist klar erkennbar, dass es sich ursprünglich um eine Streusiedlung handelt.
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